Laufen in Armenien: Was ist anders?

Aussehen der Leute:

dunkelhäutig; schwarze, volle Haare; große, spitze Nase; mandelförmige Augen; eher kleinwüchsig.

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Sprache

Offizielle Landessprache ist Armenisch. Armenisch ist ein Zweig der indogermanischen Sprachen, hat im Wortschatz Ähnlichkeiten mit dem Griechischen, aber auch viele Vokabeln aus dem Iranischen und Russischen. Man unterscheidet zwischen Ostarmenisch, das  in Armenien, Russland, Georgien und dem Iran gesprochen wird, und Westarmenisch, das im heutigen Anatolien – ehemals West-Armenien – von der Diaspora, im Libanon und den USA gesprochen wird.

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Schrift

Das armenische Alphabet hat 37 Buchstaben und ist dem Äthiopischen sehr ähnlich. Die Schrift wurde ca 400 n. Chr. geschaffen. Die Armenier sind sehr stolz auf ihre Schriftensammlungen, die im Matenadaran aufbewahrt werden. Matenadaran, armenisch für Bibliothek: 17.000 Handschriften, die zurück bis ins 9.Jhdt reichen; eine atombombensichere Bibliothek, die in einen Felsen geschlagen wurde.

Zeitgefühl

Armenier sind in-time Menschen und keine on-time Menschen. Einen Termin in Armenien zu haben ist eher ein Richtwert und keine Verpflichtung, man trifft sich am Vormittag oder Nachmittag, nach dem Mittagessen, zum Abendessen aber selten zu einer bestimmten Zeit und keinesfalls vor 10.00 Uhr früh. Es ist auch durchaus gängig, ohne Termin zu einem Geschäftspartner zu gehen oder ganz kurzfristig was auszumachen. „Bin in 30 Minuten bei dir“ ist ziemlich normal. Armenier leben und denken in der Gegenwart, alles was mehr als zwei oder drei Tage in der Zukunft passiert ist für Armenier so weit weg wie für uns das nächste Jahrhundert. Deshalb passieren die meisten Dinge auch erst in allerletzter Sekunde, alle werden hektisch, alle improvisieren, und irgendwie funktioniert es dann auch.

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Kommunikation

In Armenien wird wenig schriftlich festgehalten, es wird viel und ständig telefoniert, das Mobiltelefon ist ein Status-Symbol. Das Telefon ist mehr oder weniger nie ausgeschaltet. Auch während Besprechungen, Theatervorstellungen oder im Gespräch in einer kleinen Runde ist es ganz normal, dass ein Anruf angenommen wird. In Armenien wird viel Zeit in Erklärungen, warum irgendwas nicht so ist, wie es sein sollte, investiert. Dabei wird dann manchmal vergessen, das Problem zu lösen. Auch könnte der Konjunktiv eine Erfindung der armenischen Sprache sein – man könnte, sollte, hätte, dürfte, müsste … aber keiner tut. Auch ein klares ja oder nein auf eine Frage zu bekommen ist nicht so einfach.

Kleidung

Die Männer legen weitaus weniger wert auf gepflegtes Aussehen und Kleidung als die Frauen. Drei-Tagesbart, mit Jogging-Anzug und Badeschlappen zum Einkaufen oder ins Kaffeehaus, T-Shirts, unter denen der Bauch hervorquillt, oder Hosen, bei denen der Ansatz der Po-Falte zu sehen ist, sind durchaus gängig. Lieblingsfarbe ist schwarz. Frauen hingegen legen sehr viel Wert auf ihr Äußeres, sind meistens geschminkt, und speziell die Jüngeren sehr sexy gekleidet, ohne dabei aber ordinär auszusehen.

Architektur

Viele Häuser haben einen arabischen Einschlag mit hohen, spitzen Fenstern, vielen Säulen und verspielten Verzierungen. Die Fassaden sind mit einem rot-rosa schimmernden Stein verkleidet, der speziell bei Sonne die Stadt in ein ganz besonderes Licht taucht. Die Hauptstadt Yerevan ist eine geplante Stadt, und alle Straßen verlaufen im rechten Winkel zueinander. Außerdem gibt es eine große Anzahl von Plätzen und Parks. Leider verschwinden die alten Häuser langsam aber sicher aus dem Stadtbild und werden durch Wolkenkratzer ersetzt. Am Stadtrand oder Plätzen, die auch während der Sowjetzeit touristische Bedeutung hatten, gibt es interessante Beispiele der kommunistischen Architektur. Ebenso verleiten die Bushaltestellen und zahlreichen überdimensionalen Denkmäler bzw. Monumente zum Schmunzeln und Staunen.

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Religion

Die Religion ist Teil des täglichen Lebens, und an Bräuchen und Traditionen wird festgehalten. Die Armenische Kirche ist die apostolische Kirche und seit dem 3 Jhdt n. Chr die offizielle Staatsreligion. Das Oberhaupt ist der Katholikus mit Sitz in Echmiadzin. Das Wichtigste für einen apostolischen Priester ist eine gute Stimme, da die Messen gesungen und nicht gelesen werden. Man findet unter den Priestern durchaus welche, die auch in einem Opernhaus auftreten könnten. In einer armenischen Kirche gibt es keine Sitzmöglichkeiten, eine Messe kann leicht bis zu drei Stunden dauern, und es gibt ein ständiges Kommen und Gehen, das als vollkommen normal akzeptiert wird.

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Umgangsformen

Oft sieht man Männer oder Frauen Händchen haltend durch die Straßen gehen was aber keinen Rückschluss auf die sexuelle Neigung der Personen zulässt. Es ist auch durchaus üblich, dass sich Männer und Frauen untereinander mit einem Kuss begrüßen bzw. verabschieden. Essen ist in Armenien ein Ritual, und man sollte sich genug Zeit dafür nehmen.

Küche

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Ist eine Mischung aus Naher Osten, Mittelmeer und Russisch. Es gibt Dolma warm oder kalt, das sind gefüllte Weinblätter wie in Griechenland oder der Türkei, es gibt Chorowaz (Kebab in der Türkei, Shashlik in Russland), armenischen Kaffee (türkischer, griechischer, serbischer Kaffee im jeweiligen Land). Es gibt sehr viel Gemüse (roh oder gekocht), Salate, Kräuter (roh und büschelweise als Beilage zum Chorowaz) sowie Lavazh, ein dünnes Fladenbrot, das zu fast jedem Essen gereicht wird. Grundsätzlich ist die Küche für den europäischen Gaumen sehr bekömmlich, da sie nicht allzu scharf und von zu exotischen Zutaten frei ist. Sie entspricht somit einer vollwertigen Ernährung für Sportler. Grundnahrungsmittel sind Lammfleisch, Auberginen, Joghurt und Brot.

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